Die mentalen Techniken Visualisation und Imagination

Zwei ähnliche Techniken mit einem feinen Unterschied

Ob ein Erlebnis real stattfindet oder nur in der Vorstellung – unser Gehirn macht keinen Unterschied. Genau diese faszinierende Tatsache macht mentale Techniken wie Visualisation und Imagination zu einem kraftvollen Werkzeug.

Mentale Visualisation und Imaginagion - Ines Buschhaus

Ob ein Baum in allen Facetten oder ein Bewegungsablauf – alles lässt sich in inneren Bildern zeichnen.

Die mentalen Techniken ‘Visualisation’ und ‘Imagination’ arbeiten beide grundsätzlich mit Bildern, die über die Vorstellungskraft erzeugt werden. Der Profisport kennt diese mentalen Techniken schon lange standardmässig. Erinnere Dich nur an den Skifahrer, der die Rennstrecke unzählige Male ‘im Kopf’ runterfährt oder die Basketballspielerin, die die exakte Wurfbewegung mental übt.

Solche „Bilder im Kopf“ können entweder spontan entstehen oder bewusst erzeugt werden. Die bewusste Erzeugung dieser inneren Bilder ist das Hauptmerkmal der Techniken Visualisation und Imagination. Einfach ausgedrückt kann man auch sagen, dass Visualisationen und Imaginationen mentale Reisen sind, die ich selbst in mir erzeuge oder die durch eine Person im Aussen angeleitet werden.

Visualisation und Imagination unterscheiden sich insofern, als dass beim Visualisieren die visuelle Wahrnehmung, die Bilder im Zentrum ist, wohingegen das Imaginieren meist alle Sinne miteinbezieht. So werden neben dem visuellen Wahrnehmungskanal das Hören, Riechen, Schmecken und auch das Fühlen Teil der inneren Reise.

Äusserst interessant in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass unser Gehirn zwischen realem und virtuellem Erleben in der Visualisation oder Imagination nicht unterscheidet. Mit anderen Worten, gleichgültig, ob etwas real, physisch erlebt wird oder ausschliesslich mental – sprich in der Vorstellung –, im Gehirn finden dieselben neuronalen Prozesse statt.

Neben der schon erwähnten Anwendungsmöglichkeit von Visualisation und Imagination im Sport, gibt es noch etliche weitere wie zum Beispiel, dass ich dadurch Einfluss nehmen kann auf gewisse physische Prozesse wie die Muskelspannung, d.h. man kann durch Visualisation Entspannung im Körper auslösen und Stress reduzieren. Oder aber man kann durch Imagination, durch mentales Probe-Handeln Handlungen (z.B. Prüfungssituationen) oder Gespräche üben, sodass sie dann im realen Leben gelingen können.